Rechtsanwaltskanzlei Ermiştekin - Rechtsanwaltskanzlei für Arzthaftungsrecht und Familienrecht
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Kinder- Umgang-Sorgerecht

Nach einer Trennung oder Scheidung der Eltern kommt es leider sehr häufig zum Streit über das Umgangsrecht mit dem anderen Elternteil, weil die Kindeseltern emotional sind und sich hinsichtlich der Umgänge noch einspielen müssen.

Das Umgangsrecht umfasst sowohl das Recht als auch die Pflicht der Eltern auf Umgang mit dem Kind und es besteht unabhängig davon, ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht.

Das Umgangsrecht mit beiden Elternteilen ist als eigenes Recht des Kindes ausgestaltet das bedeutet, dass das Kind ein Umgangsrecht mit den Eltern hat.

Das bedeutet, dass die Modalitäten des Umgangs sich mit Blick auf das Wohl des Kindes frei zwischen den Eltern zu vereinbaren sind.

Die Durchführung der Umgänge wird dann als problematisch angesehen, wenn die Eltern sich bezüglich der Modalitäten nicht einigen können.

Dabei gilt der Grundsatz, dass als Ansprechpartner zunächst das Jugendamt eingeschaltet werden sollte, damit eine Umgangsvereinbarung erreicht werden kann.

Von Ratsuchenden wird aber immer häufiger geäußert, dass dem Jugendamt die Kapazitäten fehlen, sich der Sache anzunehmen.

Und nicht immer ist der andere Elternteil glücklich mit der Entscheidung, dass das Jugendamt in die Familie involviert wird.

Sollten etwaige Gespräche nicht erfolgreich verlaufen, weil die Kindeseltern sich auch dort nicht einigen können, oder der eine Elternteil eine Umgangsvereinbarung blockiert, kann eine gerichtliche Entscheidung durch das Familiengericht beantragt werden. Das Familiengericht kann das Umgangsrecht auch einschränken oder im Ausnahmefall sogar (zeitlich) ausschließen, wenn dies zum Wohl des Kindes und zur Vermeidung von Gefahren für das Kind erforderlich ist.

Das ist aber nur in Ausnahmefällen möglich.

Möglich ist auch die Durchsetzung eines Umgangsrechts unter Beisein einer weiteren Aufsichtsperson (ggf. einer Jugendamtsperson), so genannter „begleiteter Umgang“.

Der begleitete Umgang ermöglicht Kindern, auch in schwierigen Situationen mit beiden Elternteilen Kontakt zu halten. Er ist auch eine Möglichkeit zur Kontaktanbahnung bei Kindern, die einen Elternteil schon längere Zeit nicht gesehen haben.

Wenn das Gericht über eine Umgangsregelung durch Beschluss entscheiden soll, werden Häufigkeit, Dauer und Ablauf auf das Alter des Kindes, dessen geistige und körperliche Verfassung, die Bindung des Kindes an den Umgangsberechtigten, die räumliche Distanz, die Betreuungsmöglichkeiten und die persönliche Situation des Umgangsberechtigten und das Verhältnis der Eltern zueinander Rücksicht berücksichtigt.

Falls es zwischen den Eltern keine Einigung gibt, prüft das Familiengericht, welche Regelung dem Kindeswohl am besten entspricht.

Das „klassische“ Modell, das die Gerichte häufig aussprechen, sieht vor, dass ein Schulkind jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag sowie die Hälfte der Ferien beim umgangsberechtigten Elternteil verbringt. Wichtige Kriterien sind das Alter und der Entwicklungsstand des Kindes.

Vereinbart werden kann aber grundsätzlich alles, was dem Kindeswohl entspricht, d.h. es wird am Einzelfall unter der Beiziehung des Jugendamtes versucht, eine Vereinbarung zu treffen, die auch nicht immer dem „Elternwohl“ entsprechen muss.


Sorgerecht

Nach einer Trennung ist es für die Kindeseltern nicht immer einfach, das Wohl der Kinder aufgrund der eigenen Betroffenheit über die Trennung nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Sprichwort, „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen“ ist für die Situation sehr passend.
Ich kann Ihnen helfen, denn als Rechtsanwältin für Familienrecht bin ich in der Lage, mögliche Konflikte sachlich zu bewerten. Dabei habe ich neben dem Wohl Ihres bzw. Ihrer Kinder vor allem die Durchsetzung Ihrer Interessen im Blick. Ich zeige Ihnen schnelle und effiziente Handlungsmöglichkeiten auf, so dass langwierige Belastungen für Ihre Kinder vermieden werden können.

Die elterliche Sorge beinhaltet die Pflicht und das Recht, für ein minderjähriges Kind zu sorgen. Dieses Fürsorge- und Schutzverhältnis lässt sich rechtlich in zwei Bereiche aufteilen:

  1. Die Personensorge umfasst alle Angelegenheiten, die die Person des Kindes betreffen. Zu den wichtigsten Bereichen zählen Pflege, Erziehung, Beaufsichtigung, Aufenthaltsbestimmung, Bestimmung des Umgangs mit anderen Personen und die gesetzliche Vertretung des Kindes.
  2. Die Vermögenssorge umfasst alle tatsächlichen und rechtlichen Handlungen, die der Erhaltung, Vermehrung und Verwertung des Kindesvermögens (Rentenansprüche, Grundbesitz, Wertpapiere, Geschäftsanteile, größere Geldbeträge) dienen.

Die elterliche Sorge wird von den Eltern gemeinsam ausgeübt, wenn

  • die Eltern bei der Geburt des Kindes miteinander verheiratet sind oder
  • die Eltern nach der Geburt einander heiraten oder
  • die Eltern erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen (Sorgeerklärung).

Ansonsten hat grundsätzlich die Mutter, sofern sie nicht minderjährig ist, das alleinige Sorgerecht.
Sie übt die Personen- und Vermögenssorge aus. Hierbei gehört es auch zu ihren Aufgaben, die Vaterschaft und die Unterhaltsansprüche des Kindes zu klären und mit dem Vater des Kindes und anderen eventuell umgangsberechtigten Personen (z.B. Großeltern, Stiefelternteil, Pflegeeltern) Umgangsregelungen zu treffen.
Sofern die Mutter minderjährig ist, gelten besondere Vorschriften (Vormundschaft).

Können Sie mit dem anderen Elternteil keine Einigung erzielen und wollen einzelne Entscheidungen gerichtlich klären lassen oder das alleinige Sorgerecht für Ihr Kind beantragen, so helfe ich Ihnen gern.

Gerade im Letzteren Fall kommt es besonders auf eine gut belegte und rechtlich fundierte Begründung an. Denn der gesetzliche Normalfall sieht das gemeinsame Sorgerecht beider Elternteile vor.

Daher ist im Vorfeld zu klären, ob der Antrag auf Übertragung der alleinigen Sorge erfolgversprechend ist, ein ganz wichtiger Teil meiner Arbeit.

Schließlich sollen unnötige Kosten vermieden werden, falls es zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte.
Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch, ich helfe Ihnen.