Rechtsanwaltskanzlei Ermiştekin - Rechtsanwaltskanzlei für Arzthaftungsrecht und Familienrecht
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Ansprüche bei einem Personenschaden

Als Teil des Schadensrechts stehen zivilrechtliche Ausgleichsansprüche im Personenschadensrecht im Vordergrund. Diese Ansprüche gewähren den Opfern von Unfällen und von Straftaten in der Regel: Schadensersatz und Schmerzensgeld.


Schadensersatz

Der Schadensersatz soll einen Ausgleich (Kompensation) der erlittenen materiellen Einbußen bewirken. Er umfasst ggf. auch zukünftige Schäden. Hierzu zählen beispielsweise Behandlungskosten, Umbaukosten, Verdienstausfall oder Pflegekosten.
Selbstverständlich umfasst der Schadensersatz auch Schäden, die nicht unmittelbar der Person anhaften. Bei Vekehrsunfällen und Körperverletzungen anderer Art können dies etwa die Reparatur- oder Ersatzkosten für beschädigte oder zerstörte Gegenstände sein.


Schmerzensgeld

Das Schmerzensgeld soll die immateriellen Schäden kompensieren. Dies umfasst beispielsweise einen finanziellen Ausgleich für Schmerzen, für Einbußen an Lebensqualität und für dauerhafte körperliche Einschränkungen.


Hinterbliebenengeld: Entschädigung bei Tötung eines Angehörigen

Ein Hinterbliebenengeld im Sinne eines Angehörigenschmerzensgeldes gibt es erst seit Mitte 2017. Der  Gesetzgeber hat eine Anspruchsgrundlage, § 844 Abs. 3 BGB, geschaffen, die Hinterbliebene Angehörige finanziell entschädigt.

Anspruchsberechtigt sind gem. § 844 Abs. 3 S. 1 BGB die Hinterbliebenen, welche zur Zeit der Verletzungshandlung zu dem Getöteten in einem besonderen Näheverhältnis standen. Dieser Umstand ist bei nahen Familienangehörigen regelmäßig anzunehmen und wird nach § 844 Abs. 3 S. 2 BGB gesetzlich vermutet.

Andere Personen können jedoch auch zu dem Kreis der Anspruchsberechtigten gehören , sofern sie eine tatsächlich sozial gelebte Beziehung zum Getöteten führten, welche in der Intensität einem in § 844 Abs. 3 S. 2 BGB genannten typischen Näheverhältnis entspricht.

Ausführungen zu der Höhe des Hinterbliebenengeldes sind zur Zeit nicht möglich, da es gegenwärtig kaum Rechtsprechung gibt.

In der Literatur gibt es jedoch Anhaltspunkte, wonach der Anspruch gegenwärtig mit durchschnittlich 10.000 €, bis hin zu 20.000 € – pro nahestehendem Angehörigen beziffert wird.